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Fast Track to Innovation

"Fast Track to Innovation"-Pilot ist die einzige Maßnahme in Horizont 2020, die marktnahe, wirtschaftsgetriebene Projekte ohne thematische Einschränkung (bottom-up) fördert. Sie bietet Akteuren aller Innovationsbereiche die Möglichkeit, Projekte zu koordinieren


Mit "Fast Track to Innovation" (FTI) sollen Industrie und neue Akteure besser in Horizont 2020 eingebunden werden. FTI bietet für Antragstellende ein Sprungbrett, um fortgeschrittene neue Ideen schnell in marktfertige Produkte, Verfahren, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle oder ähnliches zu transferieren. Gesucht werden interdisziplinäre und transsektorale Ansätze. Dabei zielt FTI auf technologische Durchbrüche und Service-Innovationen ab.

Dementsprechend starten die Projekte ab dem Technology Readiness Level (TRL) 6 ("Demonstration unter Einsatzbedingungen"). Den Projektgegenstand können die Antragstellenden im Rahmen der Programmbereiche "Führende Rolle in grundlegenden und industriellen Technologien" und "Gesellschaftliche Herausforderungen" von Horizont 2020 frei wählen. Allerdings sollte es sich dabei um hochinnovative, disruptive Ideen handeln, die das Potenzial haben, bestehende Märkte entscheidend zu verändern (wie beispielsweise Smartphones auf dem Handymarkt). Entscheidend kommt es darauf an, dass sie schnell entwickelt und innerhalb von drei Jahren nach Projektstart auf den Markt gebracht werden können.

Bewertet werden das Potenzial der Idee, zeitnah Markterfolge zu erzielen sowie der Mehrwert für Gesellschaft und Umwelt. Wachstumsfördernde Effekte, auch in Hinblick auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze, aber auch das Potenzial, private Investitionen zu stimulieren, stehen bei der Begutachtung im Vordergrund. Viele Anträge sind zu sehr aus Forschungssicht geschrieben. Entscheidend für den Antrag ist der zugrundeliegende Businessplan. Dieser ist in die 30 Seiten des Antrags (Section 1-3) integriert.

Teilnahmeberechtigt sind Konsortien von drei bis fünf Organisationen mit starkem Unternehmensanteil, die ihren Sitz in mindestens drei Staaten der EU oder in assoziierten Staaten haben. Das Instrument ist für alle Arten von Einrichtungen offen, wie z. B. Industrie (KMU und Großunternehmen), Hochschulen oder außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

Ein hoher Unternehmensanteil ist bei der Einreichung maßgeblich. Mindestens 60 % des Gesamtbudgets ist für Industriepartner vorzusehen oder eine Mindestzahl von Industriepartnern ist zu beteiligen. Konkret bedeutet dies: bei drei oder vier Partnern müssen mindestens zwei Partner aus der Industrie stammen, bei fünf Partnern mindestens drei. Als Industriepartner sind alle "for-profit"-Einrichtungen definiert. Der Antrag sollte maximal 30 Seiten umfassen und insbesondere das Potenzial von Projekt und Konsortium in einem Businessplan darlegen. Letzterer soll das Marktpotenzial, die Geschäftschancen und die Wahrscheinlichkeit eines kommerziellen Erfolges beschreiben. Es muss also auch klar hervorgehen, wer wem aus welchen Erwägungsgründen Geld für diese Lösung bezahlt.

Das Evaluierungsverfahren ist einstufig. Es gibt drei Stichtage im Jahr. Eine Antragseinreichung ist jedoch jederzeit möglich. Bis drei Monate nach dem Stichtag wird die Förderentscheidung bekannt gegeben, nach weiteren drei Monaten soll der Vertrag (Grant Agreement) unterzeichnet sein, so dass das Projekt nach sechs Monaten starten kann. Mehr hierzu auf der Seite zum Begutachtungsverfahren.

Gefördert werden Aktivitäten zur Förderung von Innovation. Dies reicht von der Demonstrationsphase bis zur Marktaufnahme. Konkret kann dies beispielsweise Pilotphasen, Versuchseinrichtungen, Systemvalidierung, Validierung von Geschäftsmodellen, pränormative Forschung oder das Setzen von Standards umfassen.

FTI ist eine Pilotinitiative, die 2015/16 getestet wird. Pro Jahr steht ein Budget von 100 Millionen Euro zur Verfügung. Die maximale Fördersumme pro Projekt beträgt drei Millionen Euro. Die Förderquote beträgt für private, gewinnorientierte Organisationen 70 % und für nicht-gewinnorientierte Organisationen 100 % der erstattungsfähigen Kosten. Gegebenenfalls müssen 60 % des Gesamtprojektbudgets an Partner aus der Industrie gehen (siehe oben).

Die Förderung erfolgt nach den gängigen Zahlungsmodalitäten von Horizont 2020. Die Laufzeit der Projekte soll zwischen 12 und 24 Monate betragen.

Anträge können jederzeit auf dem Teilnehmerportal eingereicht werden. Stichtage im Jahr 2016 sind am 15.03.2016, 01.06.2016 und 25.10.2016 und haben auf dem Teilnehmerportal eine eigene Seite.


01.06.2016 - 23:59