News

Heidelberg Startup Partners Kaminabend: Blockchain kommt an


Geld per E-Mail nach Indonesien versenden – direkt, sicher, ohne Gebühren oder Banken? Was im Alltag utopisch scheint, ist nach Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt School Blockchain Center, längst möglich: Mit der Blockchain-Technologie kann man in Sekunden kostenlos Geld in die ganze Welt transferieren. Mittels so genannter Initial Coin Offerings (ICOs) erlauben Kryptowährungen auch Startups einen völlig neuen Weg zum Fundraising.

Zum Kaminabend „Blockchain und Kryptowährungen: Anwendung in Startups und Großkonzernen“ luden die Heidelberg Startup Partners am 25. Juli in das Conference Center des Technologiepark Heidelberg ein. Über 30 Teilnehmer aus diversen Branchen interessierten sich für das Thema, das die Wirtschaft aber auch das Gesundheitswesen revolutionieren könnte.

Nach Sandner werden Kryptowährungen wie Bitcoins besonders dort wichtig, wo man Mikrobeträge unter einem Cent abbilden will, zum Beispiel in der
E-Mobilität: Firmen wie Audi und BMW arbeiten bereits an Möglichkeiten, Elektroautos kontaktlos über ein Magnetfeld – wie beim Stopp an Ampeln – aufzuladen. Dafür müssten jedoch Kosten für wenige Kilowattstunden in Bruchteilen von Cent genau berechenbar sein. Hier könnten Kryptowährungen selbst Micropayments von 0,5 Cent abbilden und transferieren. Auch der eigene Nachlass ließe sich via Blockchain digital regeln, da die Technologie erlaube, Transaktionen an exakt vordefinierte Abhängigkeiten zu knüpfen.  

Doch Blockchain ist nicht nur eine digitale Währung. Es ist eine IT-Infrastruktur, die verteilte Systeme dezentral koordiniert und je nach Anwendungsfall und Bedarf eingesetzt werden kann. Im Anschluss sprach Dimitra Papadopoulou über Chancen und Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain im Gesundheitswesen. Am Beispiel der digitalen Patientenakte erläuterte die Referentin, wie die Technologie die Sicherheit von persönlichen medizinischen Daten gewährleisten könnte.

Doch auch die Blockchain hat Grenzen: Ungeeignet sei das System, Zahlungsmittel bei täglichen Transaktionen wie im Supermarkt zu ersetzen. Zudem komme Blockchain momentan noch nicht wirklich beim Endkunden an – es habe ein Problem der „letzten Meile“, so Sandner. Im Anschluss der beiden Impuls-Vorträge blieb genügend Raum für spezifische Anwender-Fragen, lebhafte Diskussionen und persönlichen Austausch.

 

Frankfurt Blockchain Center

Das Frankfurt School Blockchain Center ist ein Think Tank und Forschungszentrum, das die Auswirkungen der Blockchain-Technologie auf Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle untersucht. Neben der Entwicklung von Prototypen dient sie als Plattform für Manager, Start-ups, Technologie- und Branchenexperten, um Wissen und Best Practices zu teilen. Das Blockchain Center bietet auch neue Forschungsimpulse und entwickelt Schulungen für Studierende und Führungskräfte. Es konzentriert sich auf Banken, Mobilität, "Industrie 4.0" und den Energiesektor.

Weitere Informationen:
http://www.frankfurt-school.de/home/research/centres/blockchain.html

 

Heidelberg Startup Partners e.V.

Die Heidelberg Startup Partners sind eine gemeinsame Initiative von Forschungs- und Bildungseinrichtungen in Heidelberg. Ziel des Vereins ist die Förderung wissenschaftlicher, technologischer und wissensbasierter Gründungen. Neben einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm berät ein interdisziplinäres Team Gründungsinteressierte und Gründer in Heidelberg und unterstützt bei der Suche nach Finanzierung, Laboren und Büroräumen. Bei den Heidelberg Startup Partners engagieren sich das Deutsche Krebsforschungszentrums (DKFZ), das European Molecular Biology Laboratory (EMBL), die IHK Rhein-Neckar, die InnovationLab GmbH, die Pädagogische Hochschule Heidelberg, die SRH Hochschule Heidelberg gGmbH, die Technologiepark Heidelberg GmbH, die technology transfer heidelberg GmbH, die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg sowie die Universität Heidelberg.

Weitere Informationen: 
http://heidelberg-startup-partners.de/


04.08.2017 - 15:52