Projekte an 39 Universitäten aus 13 Bundesländern werden nun ab Herbst 2012 für fünf Jahre mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro gefördert. Das Ziel der Förderung ist es, die deutsche Hochschulforschungslandschaft auf internationaler Ebene und intern zu stärken und zu vernetzen. Baden-Württemberg war mit 11 Projekten, auch in Heidelberg, im Bereich der Lebenswissenschaften erfolgreich

Die Regierungschefs des Bundes und der Länder riefen im Juni 2005 die Exzellenzinitiative ins Leben. Jeweils fünf Jahre lang werden in zwei Phasen Exzellenzcluster, Graduiertenschulen und Zukunftskonzepte von Universitäten, im allgemeinen Sprachgebrauch als Elite-Universitäten bezeichnet, gefördert. Die ersten Förderentscheidungen fielen im Oktober 2006 und Oktober 2007. Neue und bereits geförderte Projekte konnten sich 2012 für die zweite Phase bewerben. Am 15. Juni 2012 gab der Bewilligungsausschuss, bestehend aus Wissenschaftlern und Politikern, die Sieger der zweiten, vorerst letzten Phase der Exzellenzinitiative bekannt, die nun bis 2017 gefördert werden.
Exzellenzinitiative beurteilt und bewilligt drei Förderlinien:
Die Graduiertenschulen bieten Wege in eine wissenschaftliche Karriere. Doktoranden können hier nicht nur forschen, sondern unter anderem auch Kurse zum Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten und deren Präsentation belegen. Die zweite Förderlinie umfasst die Exzellenzcluster, in denen Wissenschaftler verschiedenster Fachbereiche gemeinsam an einem Themenbereich forschen. Mit einem Zukunftskonzept bewirbt sich eine Universität in der Gesamtheit ihrer Einrichtungen. Insgesamt gilt: Nur wer die Förderung für eine Graduiertenschule und ein Exzellenzcluster erhält, kann auch für die Förderung des Zukunftskonzepts vorgesehen werden.
30 Anträge, ein Fünftel aller bundesweiten Anträge, kamen aus Baden-Württemberg. Insgesamt werden ab Herbst elf Graduiertenschulen und acht Exzellenzcluster in Baden-Württemberg gefördert. Drei Universitäten bekommen für ihre Zukunftskonzepte den Status „Elite-Universität“ verliehen. Den Universitäten Konstanz und Heidelberg wurden alle ihre Anträge bewilligt und beide bleiben Elite-Universitäten. Tübingen ist neu als Elite-Universität ausgewählt worden. Die Universitäten Freiburg und Karlsruhe müssen auf diesen Status in Zukunft verzichten.
Unten die in Heidelberg von 2012 bis 2017 neu- oder weiterfinanzierten Projekte:
Universität Heidelberg
Heidelberg bleibt Elite-Universität. Das Zukunftskonzept „Heidelberg: Zukunft einer Volluniversität“ hat bereits in der ersten Förderperiode den Zuschlag bekommen und kann nun in der zweiten Förderphase fortgeführt werden. Das in den letzten Jahren, mittels der ersten Förderung, weiterentwickelte Konzept soll den Dialog über die Fächergrenzen hinaus fördern. Zentraler Punkt des Zukunftsprojekts ist die Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Diese stellt eine neue Ebene der Kooperation zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung dar.
Alle Anträge für Graduiertenschulen wurden in Heidelberg bewilligt. Von den drei weitergeförderten Programmen sind zwei lebenswissenschaftlich.
Mit den rasanten Entwicklungen in der Biotechnologie und Medizin und den daraus resultierenden Möglichkeiten befasst sich die „Hartmut Hoffmann-Berling Internationale Graduiertenschule für Molekular- und Zellbiologie“ (HBIGS). Neben der Universität Heidelberg beteiligen sich am Betrieb auch das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung und das Deutsche Krebsforschungszentrum. Geforscht wird an grundlegenden molekularen Mechanismen der Zelle, der Zelldifferenzierung, der Biologie pathogener Organismen und der molekularen Biotechnologie. Zusätzlich werden Kompetenzen vermittelt, die auf Führungspositionen in den Lebenswissenschaften vorbereiten.
Die „Heidelberger Graduiertenschule der mathematischen und computergestützten Methoden für die Wissenschaften“ (HGS MathComp) forscht an computergestützten Simulationen, an der Optimierung und der mathematischen Modellierung für alle Fachbereiche des Welthandels. Im Bereich der Lebenswissenschaften sind Themen wie der Abbau von Pestiziden oder das Wachstum von Krebszellen für Simulationen interessant.
Insgesamt bekommt Heidelberg ab Herbst 2012 Unterstützung für zwei Cluster, eines davon ist in den Lebenswissenschaften angesiedelt.
Das Cluster „Zelluläre Netzwerke“ erforscht das Verhalten komplexer biologischer Netzwerke und deren dynamische Veränderung. Ziel ist es unter anderem, herauszufinden, wie HI-Viren mit den zellulären Netzwerken zusammenarbeiten. Biologen, Mediziner, Chemiker, Physiker und Mathematiker arbeiten gemeinsam an möglichen Ansätzen der HIV-Bekämpfung.
Ines Vondracek - 19.07.2012
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